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Avalon Nano 3S Test 2026: Lohnt sich der 6-TH/s-Miner für Zuhause?

Von Lukas Henning · 26. August 2026 · 12 Min. Lesezeit

Der Avalon Nano 3S von Canaan ist ein Schreibtisch-Miner, der rund 6 TH/s bei etwa 140 Watt liefert und dabei leise genug bleibt, um in einem Wohnraum nicht zu stören. Er bringt sein Netzteil mit, wird per App oder Weboberfläche eingerichtet und braucht danach nur Strom und Netzwerk. Für ein Gerät von der Größe eines dicken Buches ist diese Hashrate bemerkenswert.

Dieser Avalon Nano 3S Test ordnet ein, was das praktisch bedeutet: wie viel Strom er wirklich zieht, wie laut er in welchem Modus ist, wie hoch die Blockchance beim Solo Mining tatsächlich ausfällt – und wo er gegen offene Alternativen wie Bitaxe Gamma, Nerdaxe Gaia und NerdQaxe++ gewinnt oder verliert.

Die Kurzfassung vorweg: Der Nano 3S kauft dir viel Hashrate für vergleichsweise wenig Geld. Bezahlt wird das mit der Effizienz. Pro Terahash braucht er rund doppelt so viel Strom wie ein moderner Open-Source-Miner – und Strom ist der Posten, der jeden Monat wiederkommt.

Avalon Nano 3S auf einen Blick

Hashrate ~6 TH/s (High) · 4,8 TH/s (Medium) · 3,1 TH/s (Low)
Verbrauch ~140 W · 104 W · 66 W je nach Modus
Effizienz ~23 J/TH im High-Modus
Lautstärke ~29–36 dB je nach Modus (Tests messen bis 40 dB)
Firmware proprietär, kein offener Quellcode
Netzwerk 2,4-GHz-WLAN, Ethernet je nach Ausführung
Solo Mining ja, Pool frei eintragbar (Stratum V1)
Netzteil im Lieferumfang
Preis 299,00 € bei Open Source Miners
Geeignet für Einsteiger, die viel Hashrate ohne Bastelei wollen

Unsere Bewertung: 8,0 / 10. Punkte gibt es für Hashrate pro Euro, Lautstärke und ein Setup, das auch ohne Vorkenntnisse in zehn Minuten steht. Abzüge für die Effizienz – 23 J/TH sind gegenüber knapp 10 J/TH einer Nerdaxe Gaia ein deutlicher Rückstand – und für die geschlossene Firmware.

Avalon Nano 3S technische Daten

Merkmal Angabe
Hersteller Canaan (Avalon)
Algorithmus SHA-256
Coins Bitcoin (BTC), technisch auch BCH/BSV
ASIC 12× Canaan A3197 in 4 nm – dieselbe Chipfamilie wie im großen Avalon 1566
Hashrate 6 TH/s im High-Modus (Werksangabe)
Leistungsaufnahme 140 W (High), 104 W (Medium), 66 W (Low)
Effizienz ~23,3 J/TH (High), ~21,7 (Medium), ~21,3 (Low)
Betriebsmodi drei, im Betrieb umschaltbar
Lautstärke ~29 dB (Low) bis ~36 dB (High) laut Hersteller
Abmessungen ca. 20,5 × 11,5 × 5,8 cm
Gewicht ca. 0,7–0,86 kg (je nach Quelle und Netzteil)
Netzwerk 2,4-GHz-WLAN; Ethernet je nach Ausführung
Pool frei konfigurierbar, Stratum V1
Firmware proprietär (closed source)
Warum die Effizienzangabe je nach Quelle schwankt: Canaans eigene Shop-Seite nennt 29 J/T, während 140 W geteilt durch 6 TH/s auf 23,3 J/TH führt. Die plausibelste Erklärung ist, dass 29 J/T ein konservativer Gewährleistungswert mit Toleranz ist und 23,3 J/TH der rechnerische Nennwert. Rechne im Zweifel mit dem schlechteren Wert und miss nach ein paar Tagen mit einem Zwischenstecker nach.

Wie schlägt sich der Avalon Nano 3S im Alltag?

Einrichtung. Auspacken, Netzteil anschließen, per App verbinden, WLAN und Pool eintragen. Der Ablauf ist bewusst so gebaut, dass niemand eine Firmware flashen oder eine IP suchen muss. Wer schon einmal einen Bitaxe eingerichtet hat, merkt den Unterschied sofort: weniger Möglichkeiten, dafür weniger Wege, etwas falsch zu machen.

Wärme. 140 Watt gehen vollständig als Wärme in den Raum – ungefähr so viel wie ein Notebook unter Volllast. Im Winter ist das angenehm, in einem kleinen Zimmer im Hochsommer spürbar. Canaan vermarktet die Nano-Reihe ausdrücklich auch als kleine Heizung. Frei stehen sollte er trotzdem; ein geschlossener Schrank ist der sicherste Weg zu Drosselung und Lüfterlärm.

Dauerbetrieb. Das Gerät ist für 24/7 gebaut. Aus Testberichten sind vereinzelt überhitzte USB-Steckverbindungen berichtet worden – kein Massenphänomen, aber ein Grund, beim mitgelieferten Netzteil zu bleiben.

Zur Einordnung: Die Angaben in diesem Abschnitt stammen aus Herstellerdokumentation und veröffentlichten Testberichten Dritter, nicht aus einer eigenen Messreihe. Wo wir selbst gerechnet haben – Stromkosten, Effizienz, Blockchancen – steht die Grundlage dabei.

Wie laut ist der Avalon Nano 3S?

Kurz: leise genug für ein Wohnzimmer, zu laut für ein Schlafzimmer, in dem du empfindlich schläfst. Die Angaben gehen auseinander, und das hat einen Grund – fast keine Quelle nennt den Messabstand.

Quelle Angabe
Canaan / Handelsangaben 29 dB (Low) bis 36 dB (High)
Unabhängiger Test (blockdyor) 33–36 dB, eigene Messung
Hashrate Index ~33 dB (Low) bis ~40 dB (High)

Die Spanne erklärt sich fast vollständig aus Modus, Messabstand und Grundgeräusch des Raums.

Zur Einordnung: 30 dB entsprechen einem sehr ruhigen Raum, 40 dB einer leisen Unterhaltung im Nebenzimmer.

  • Schlafzimmer: im High-Modus eher nicht. Im Low-Modus für viele erträglich.
  • Büro oder Wohnzimmer: unauffällig, solange er nicht direkt neben dem Kopf steht.
  • Keller oder Abstellraum: völlig unproblematisch.

Ein Bitaxe Gamma ist hörbar leiser – bei 15 bis 18 Watt bewegt sich sein Lüfter kaum. Ein NerdQaxe++ liegt mit 80 Watt dazwischen. Wer maximale Ruhe braucht, fährt den Nano 3S im Low- oder Medium-Modus und verliert dabei Hashrate, aber kaum Effizienz.

Stromverbrauch und Stromkosten

Die Formel ist simpel: Watt ÷ 1000 × 24 × 30 × Strompreis ergibt die Kosten pro Monat. Der High-Modus zieht 140 W, also 100,8 kWh im Monat und 1.226 kWh im Jahr.

Strompreis pro Monat pro Jahr
0,25 €/kWh 25,20 € 306,60 €
0,30 €/kWh 30,24 € 367,92 €
0,35 €/kWh 35,28 € 429,24 €
0,40 €/kWh 40,32 € 490,56 €
Das ist die wichtigste Zahl dieses Tests: Bei 0,30 €/kWh kostet dich der Nano 3S im Dauerbetrieb rund 368 € Strom pro Jahr – mehr als das Gerät selbst.

Die Betriebsmodi ändern daran einiges, gerechnet mit 0,30 €/kWh:

Modus Hashrate Leistung pro Monat pro Jahr
Low 3,1 TH/s 66 W 14,26 € 173,45 €
Medium 4,8 TH/s 104 W 22,46 € 273,31 €
High 6,0 TH/s 140 W 30,24 € 367,92 €

Bemerkenswert: Die Effizienz ist im Low-Modus mit 21,3 J/TH sogar besser als im High-Modus mit 23,3 J/TH. Du bezahlst die letzten 1,2 TH/s also überproportional. Wer auf die Stromrechnung schaut, fährt Medium – 80 Prozent der Hashrate für 74 Prozent des Verbrauchs. Mit eigenen Zahlen rechnest du im Mining-Rechner; die Methodik erklärt der Ratgeber Stromkosten beim Mining berechnen.

Effizienz: Sind 6 TH/s bei 140 Watt gut?

J/TH (Joule pro Terahash) sagt, wie viel Energie ein Miner für dieselbe Rechenleistung braucht. Kleiner ist besser. Diese eine Zahl entscheidet langfristig mehr über die Kosten als der Kaufpreis.

Gerät Hashrate Leistung J/TH Preis € je TH/s
Avalon Nano 3S 6,0 TH/s 140 W 23,3 299 € 49,83 €
Bitaxe Gamma 601 1,3 TH/s ~16,5 W 12,7 139 € 106,92 €
Nerdaxe Gaia 2,6 TH/s 25 W 9,6 199 € 76,54 €
NerdQaxe++ 4,8 TH/s 80 W 16,7 399 € 83,12 €

Zwei Dinge stechen heraus. Erstens: Der Nano 3S ist die günstigste Hashrate im Feld. 49,83 € je TH/s unterbietet alles andere deutlich. Zweitens: Er ist zugleich der ineffizienteste. Gegenüber der Nerdaxe Gaia braucht er pro Terahash rund 2,4-mal so viel Strom.

Der ehrliche Vergleich rechnet beides zusammen. Für annähernd gleiche Hashrate bräuchtest du zwei Gaia – 5,2 TH/s bei 50 Watt für 398 €. Das sind 99 € mehr Anschaffung, aber 132 € statt 368 € Strom im Jahr. Nach etwa fünf Monaten Dauerbetrieb hat die effizientere Lösung den Preisunterschied wieder eingeholt.

Mehr TH/s ist also nicht automatisch der bessere Miner. Für eine Stunde am Tag zählt Effizienz kaum, für 24/7 entscheidet sie alles. Alle Geräte nebeneinander findest du im Miner-Vergleich.

Avalon Nano 3S beim Solo Mining

Beim Solo Mining arbeitest du nicht für einen Pool, der Erträge nach Anteil verteilt, sondern versuchst, selbst einen kompletten Block zu finden. Gelingt das, gehört dir die volle Belohnung von derzeit 3,125 BTC plus Gebühren. Gelingt es nicht, bekommst du nichts.

Jeder Hash ist ein eigenes Los. Die Wahrscheinlichkeit steigt linear mit der Hashrate: 6 TH/s sind exakt 4,6-mal so viele Versuche wie die 1,3 TH/s eines Bitaxe Gamma – nicht mehr und nicht weniger.

Mit den Netzwerkdaten vom 26. August 2026 (Difficulty 125,807 T, Netz-Hashrate 893,6 EH/s) braucht es im Mittel 5,4 × 10²³ Hashes für einen Block. Daraus folgt für 6 TH/s:

Zeitraum Wahrscheinlichkeit
pro Tag 1 zu 1.042.316
pro Monat 1 zu 34.743
pro Jahr 1 zu 2.853

Eigene Berechnung auf Basis der Difficulty von mempool.space, Stand 26.08.2026.

Statistisch entspricht das einer erwarteten Zeit von rund 2.850 Jahren bis zum ersten Block. Diese Zahl ist keine Wartezeit. Es gibt keinen Fortschrittsbalken, der sich füllt. Jeder Block startet die Lotterie bei null – dein Gerät kann morgen früh einen Block finden oder in zwanzig Jahren keinen. Beides ist mit derselben Mathematik vereinbar.

Zum Vergleich, gleiche Rechnung: Ein Bitaxe Gamma käme auf rund 13.170 Jahre, eine Nerdaxe Gaia auf 6.585, ein NerdQaxe++ auf 3.567 und ein NerdOctaxe Hydro mit 14 TH/s auf 1.223 Jahre. Eigene Zahlen kannst du im Solo-Mining-Rechner durchspielen; ob sich das lohnt, diskutiert Lohnt sich Solo Mining? und die Denkweise dahinter erklärt Lottery Miner erklärt.

Wichtig zur Einordnung: Betrachte die Stromkosten als das, was sie sind – die Kosten der Teilnahme. Bei 368 € im Jahr und einer Jahreschance von 1 zu 2.853 ist das ein Lotterielos, kein Sparplan. Wer verlässliche Erträge sucht, ist mit einem Pool besser beraten; siehe Pool-Vergleich.

Kann der Avalon Nano 3S einen ganzen Bitcoin-Block finden?

Ja, technisch kann er das. Es gibt keine Untergrenze, ab der ein Miner zu klein für einen Block wäre.

Ein gültiger Block entsteht, wenn irgendein Hash unter dem aktuellen Zielwert liegt. Ob dieser Hash von einer Farm mit 100.000 Geräten stammt oder vom Nano 3S auf deinem Schreibtisch, ist dem Netzwerk gleichgültig – der Block wird nach denselben Regeln akzeptiert, und du bekommst die volle Belohnung.

Was die Größe ändert, ist ausschließlich die Häufigkeit der Versuche. Mit 6 TH/s liegt die Chance bei etwa 1 zu 1.042.316 pro Tag. Klein, aber nicht null – und genau darin liegt der Reiz für viele Home-Miner. Damit das funktioniert, musst du gegen einen Solo-Pool minen, der den vollen Block an dich auszahlt. Unser eigener Solo-Pool ist ohne Anmeldung nutzbar.

Avalon Nano 3S vs Bitaxe Gamma

Avalon Nano 3S Bitaxe Gamma 601
Preis 299,00 € 139,00 €
Hashrate 6 TH/s 1,3 TH/s
Leistung 140 W ~15–18 W
Effizienz 23,3 J/TH 12,7 J/TH
€ je TH/s 49,83 € 106,92 €
Strom / Jahr 367,92 € ~43 €
Firmware proprietär AxeOS, Open Source
Blockchance / Jahr 1 zu 2.853 1 zu 13.171
Zielgruppe Plug-and-Play Lernen, Basteln, Effizienz

Nimm den Bitaxe Gamma, wenn du verstehen willst, wie Mining funktioniert, das Gerät neben deinem Bett steht oder dir niedrige laufende Kosten wichtiger sind als absolute Hashrate. Nimm den Avalon Nano 3S, wenn du die 4,6-fache Blockchance willst, ohne dich mit Firmware zu beschäftigen.

Avalon Nano 3S vs Nerdaxe Gaia

Die Nerdaxe Gaia ist der interessantere Gegenspieler, weil sie mit dem BM1373 einen deutlich neueren ASIC nutzt und damit die derzeit beste Effizienz im Feld erreicht.

Avalon Nano 3S Nerdaxe Gaia
Preis 299,00 € 199,00 €
Hashrate 6 TH/s 2,6 TH/s
Leistung 140 W 25 W
Effizienz 23,3 J/TH 9,6 J/TH
€ je TH/s 49,83 € 76,54 €
Strom / Jahr 367,92 € 65,70 €
Firmware proprietär AxeOS, Open Source

Rechne über drei Jahre Dauerbetrieb bei 0,30 €/kWh: Der Nano 3S kostet 299 € plus 1.104 € Strom, zusammen 1.403 € für 6 TH/s. Zwei Gaia kosten 398 € plus 394 € Strom, zusammen 792 € für 5,2 TH/s. Bei annähernd gleicher Hashrate ist die offene Lösung über drei Jahre rund 600 € günstiger.

Das ist das eigentliche Argument gegen den Nano 3S – nicht die Firmware, sondern die Stromrechnung. Details zum Chip im Ratgeber Nerdaxe Gaia mit BM1373.

Avalon Nano 3S vs NerdQaxe++

Avalon Nano 3S NerdQaxe++
Preis 299,00 € 399,00 €
Hashrate 6 TH/s 4,8 TH/s
Leistung 140 W 80 W
Effizienz 23,3 J/TH 16,7 J/TH
Strom / Jahr 367,92 € 210,24 €
Firmware proprietär AxeOS, Open Source
Blockchance / Jahr 1 zu 2.853 1 zu 3.567

Der Nano 3S ist 100 € günstiger und liefert 25 Prozent mehr Hashrate. Der NerdQaxe++ spart dafür 158 € Strom pro Jahr. Nach etwa acht Monaten Dauerbetrieb ist der Anschaffungsvorteil des Avalon aufgezehrt; danach wird er teurer.

Interessant wird es im Medium-Modus: Dort liefert der Nano 3S dieselben 4,8 TH/s wie der NerdQaxe++, braucht aber 104 statt 80 Watt. Der Abstand schrumpft auf 63 € im Jahr, und in der Anschaffung bleibt der Avalon 100 € günstiger. Wer den Modus wechselt, holt sich einen guten Teil der Effizienzlücke zurück.

Open Source oder geschlossene Firmware – macht das einen Unterschied?

Ja, aber vermutlich nicht dort, wo du es zuerst vermutest.

Was dir AxeOS gibt: Der Quellcode ist einsehbar, du siehst also, was das Gerät tut und wohin es Daten schickt. Du kannst Frequenz und Spannung selbst einstellen und den Betriebspunkt zwischen Effizienz und Leistung verschieben. Pools trägst du frei ein, Updates kommen aus der Community, und bei einem Defekt sind Schaltpläne dokumentiert. Verschwindet der Hersteller, läuft das Gerät weiter.

Was dir der Avalon gibt: ein fertiges Produkt. Die App führt durch die Einrichtung, die Modi sind aufeinander abgestimmt, das Netzteil passt. Du kannst weniger falsch machen, weil du weniger einstellen kannst.

Beides sind legitime Antworten auf verschiedene Fragen. Was du beim Avalon konkret aufgibst: die Feineinstellung, die bei offenen Geräten oft noch 10 bis 20 Prozent Effizienz herausholt, und die Möglichkeit, das Gerät in fünf Jahren mit neuer Firmware weiterzubetreiben. Hintergrund: Was ist Open-Source-Mining?

Für wen lohnt sich der Avalon Nano 3S?

Kauf den Avalon Nano 3S, wenn …

  • du die höchste Blockchance pro investiertem Euro willst und Effizienz zweitrangig ist
  • du keine Lust auf Firmware, Tuning und Fehlersuche hast
  • das Gerät ohnehin nur im Winter läuft und die Abwärme dann willkommen ist
  • du günstigen oder eigenen Strom hast – bei Photovoltaik-Überschuss dreht sich die ganze Rechnung
  • du ein Geschenk suchst, das ohne Anleitung funktioniert

Nimm lieber einen offenen Miner, wenn …

  • das Gerät 24/7 an einem normalen Haushaltstarif hängt – dann entscheidet die Effizienz
  • du im Schlafzimmer minst und jedes Dezibel zählt
  • du verstehen und einstellen willst, was passiert
  • du dir die Option offenhalten möchtest, das Gerät später umzubauen oder zu reparieren
  • du mit kleinem Budget einsteigen willst

Unentschlossen? Der Ratgeber Bitcoin-Mining zuhause geht die Grundfragen durch, und wer ohne eigene Hardware ausprobieren möchte, findet unter Miner kaufen oder mieten die Alternative.

Vorteile und Nachteile

Dafür

  • 6 TH/s in einem Gehäuse von der Größe eines dicken Buches
  • günstigste Hashrate im Vergleichsfeld: 49,83 € je TH/s
  • drei Leistungsmodi, im Betrieb umschaltbar – Low ist sogar effizienter als High
  • Netzteil mitgeliefert, kein Zubehörkauf nötig
  • Einrichtung in unter zehn Minuten, auch ohne Vorwissen
  • frei wählbarer Pool, Solo Mining möglich
  • leise genug für Wohnräume

Dagegen

  • 23,3 J/TH – rund 2,4-mal so viel Energie je Terahash wie eine Nerdaxe Gaia
  • rund 368 € Stromkosten im Jahr bei 0,30 €/kWh, mehr als der Kaufpreis
  • geschlossene Firmware: kein Tuning, kein Einblick, keine Community-Updates
  • Herstellerangaben teils widersprüchlich (29 J/T gegen 23,3 J/TH)
  • Ethernet je nach Ausführung nur über Adapter
  • vereinzelte Berichte über überhitzte USB-Steckverbindungen

Unser Fazit zum Avalon Nano 3S Test

Der Avalon Nano 3S ist die richtige Wahl, wenn dir möglichst viel Hashrate in einem unkomplizierten Gerät wichtiger ist als maximale Effizienz und offene Software. Für 299 € bekommst du die günstigste Blockchance im Feld, ein Setup, das wirklich jeder schafft, und ein Gerät, das im Wohnzimmer nicht auffällt.

Der Preis dafür steht auf der Stromrechnung. Mit 23,3 J/TH gehört er zu den ineffizientesten Home-Minern seiner Generation, und bei Dauerbetrieb kostet dich das jedes Jahr mehr als das Gerät selbst. Wer rund um die Uhr mint und normalen Haushaltsstrom bezahlt, fährt mit einer Nerdaxe Gaia oder einem NerdQaxe++ über drei Jahre deutlich günstiger – trotz höherem Anschaffungspreis.

Unser Rat: Läuft das Gerät nur zeitweise, im Winter oder an eigenem Solarstrom, ist der Nano 3S ein sehr gutes Angebot. Läuft er rund um die Uhr am Netztarif, kauf Effizienz statt Hashrate. Und wenn du unsicher bist: Fahr ihn im Medium-Modus – 4,8 TH/s bei 104 Watt sind der vernünftigste Punkt auf seiner Kennlinie.

Häufige Fragen

Wie viel TH/s hat der Avalon Nano 3S?
Im High-Modus liefert er rund 6 TH/s. Zwei weitere Modi stehen zur Wahl: Medium mit 4,8 TH/s und Low mit 3,1 TH/s. Die Modi lassen sich im laufenden Betrieb umschalten.
Wie viel Strom verbraucht der Avalon Nano 3S?
Etwa 140 Watt im High-Modus, 104 Watt im Medium- und 66 Watt im Low-Modus. Bei Dauerbetrieb und 0,30 €/kWh sind das rund 30 € im Monat oder 368 € im Jahr für den High-Modus.
Wie laut ist der Avalon Nano 3S?
Die Angaben reichen von 29 dB im Low-Modus bis etwa 36 dB im High-Modus; einzelne Tests messen bis 40 dB. Die Abweichungen erklären sich vor allem durch unterschiedliche Messabstände. Für Wohnzimmer und Büro ist er leise genug, fürs Schlafzimmer eher grenzwertig.
Kann der Avalon Nano 3S Solo Mining?
Ja. Du kannst einen beliebigen Stratum-V1-Pool eintragen, auch einen Solo-Pool. Damit mint das Gerät auf deine eigene Bitcoin-Adresse statt für einen geteilten Ertrag.
Kann der Avalon Nano 3S einen Bitcoin-Block finden?
Ja, technisch uneingeschränkt. Jeder gültige Hash zählt, unabhängig von der Gerätegröße. Bei 6 TH/s liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 1 zu 1.042.316 pro Tag oder 1 zu 2.853 pro Jahr – klein, aber nicht null.
Lohnt sich der Avalon Nano 3S?
Das hängt an deinem Strompreis und deiner Laufzeit. Bei günstigem oder eigenem Strom und zeitweisem Betrieb ist er wegen 49,83 € je TH/s sehr attraktiv. Bei 24/7-Betrieb am Haushaltstarif übersteigen die Stromkosten den Kaufpreis schon im ersten Jahr – dann sind effizientere Geräte die bessere Wahl.
Avalon Nano 3S oder Bitaxe?
Der Avalon liefert die 4,6-fache Hashrate, der Bitaxe Gamma braucht dafür knapp ein Zehntel des Stroms und ist Open Source. Willst du maximale Blockchance ohne Bastelei, nimm den Avalon. Willst du lernen, leise minen und wenig Strom zahlen, nimm den Bitaxe.
Avalon Nano 3S oder NerdQaxe++?
Der Avalon ist 100 € günstiger und 25 Prozent schneller, der NerdQaxe++ spart 158 € Strom im Jahr. Nach rund acht Monaten Dauerbetrieb ist der Preisvorteil aufgebraucht. Bei Dauerbetrieb gewinnt der NerdQaxe++, bei gelegentlichem Betrieb der Avalon.
Ist der Avalon Nano 3S Open Source?
Nein. Die Firmware ist proprietär. Du kannst Pool und Betriebsmodus einstellen, aber weder Frequenz und Spannung feinjustieren noch den Quellcode einsehen. Offene Alternativen mit AxeOS sind Bitaxe, Nerdaxe und NerdQaxe.
Welcher Chip steckt im Avalon Nano 3S?
Canaan verbaut zwölf hauseigene A3197-ASICs in 4-nm-Fertigung – dieselbe Chipfamilie wie im großen Avalon 1566. Es sind ausdrücklich keine Bitmain-Chips.

Geschrieben von

Lukas Henning · Mining-Redakteur & Hardware-Experte

Lukas beschäftigt sich seit Jahren mit Bitcoin-Mining und betreibt mehrere Open-Source-Miner wie Bitaxe und NerdQaxe im eigenen Zuhause. Für Open Source Miners testet er Hardware, dokumentiert Setups und übersetzt Mining-Technik in verständliche Anleitungen – praxisnah, ehrlich und ohne Hype.

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