Bitaxe einrichten: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Von Lukas Henning · 26. Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit
Einen Bitaxe einzurichten dauert etwa 15 Minuten und braucht weder Vorwissen noch zusätzliche Software – alles läuft im Browser. Diese Anleitung geht jeden Schritt einzeln durch und nennt genau die Werte, die du eintragen musst. Sie gilt für Bitaxe Gamma 601, Copperzilla, GT 801 und Supra Hex 702.
Du hast einen Nerdaxe, NerdQaxe oder NerdOctaxe? Die Einrichtung unterscheidet sich in einigen Punkten – dafür haben wir eine eigene Nerdaxe-Anleitung.
Das brauchst du
- Den Bitaxe und das beiliegende Netzteil.
- Ein 2,4-GHz-WLAN. Der Bitaxe kann kein 5-GHz-Netz – das ist die häufigste Hürde überhaupt.
- Eine eigene On-Chain-Bitcoin-Adresse (beginnt mit
bc1q) aus einer Wallet, die du selbst kontrollierst. - Ein Handy oder einen Laptop für die Einrichtung.
1. Netzteil anschließen
Stell den Bitaxe auf eine stabile Fläche mit freier Luftzufuhr und schließ das Netzteil an. Bitaxe Gamma 601 und Copperzilla laufen mit 5V über USB-C beziehungsweise das beiliegende Netzteil. GT 801 und Supra Hex 702 haben mehr ASICs und brauchen deutlich mehr Strom – der Supra Hex 702 mit sechs ASICs zieht rund 90 Watt.
2. Mit dem Setup-WLAN verbinden
Beim ersten Start hat der Bitaxe noch keine WLAN-Daten und spannt deshalb ein eigenes WLAN auf. Öffne die WLAN-Übersicht auf Handy oder Laptop. Dort erscheint ein Netz namens Bitaxe_XXXX – die vier Zeichen sind bei jedem Gerät anders. Verbinde dich damit; ein Passwort wird nicht verlangt.
Dein Gerät meldet dann vielleicht „kein Internet". Das ist richtig so – du hängst gerade direkt am Miner, nicht am Router.
3. Die Einrichtungsseite öffnen
Ruf im Browser http://192.168.4.1 auf. Diese Adresse gehört dem Bitaxe selbst, solange du in seinem Setup-WLAN hängst. Es öffnet sich die AxeOS-Einrichtungsseite.
Erscheint nichts, tippe die Adresse noch einmal von Hand ein – manche Browser suchen sonst bei Google danach. Achte darauf, dass wirklich http:// davor steht und nicht https://.
4. Dein Heim-WLAN eintragen
Wähle dein eigenes WLAN aus beziehungsweise trag den Namen (SSID) ein, gib das WLAN-Passwort ein und speichere. Der Bitaxe startet daraufhin neu und verbindet sich mit deinem Heimnetz – das dauert etwa 20 bis 30 Sekunden. Dein Handy fällt dabei automatisch zurück in dein normales WLAN.
5. Die IP-Adresse des Miners finden
Jetzt hängt der Bitaxe in deinem Netzwerk und hat eine eigene IP-Adresse bekommen, zum Beispiel 192.168.178.42. So findest du sie:
- Hat dein Gerät ein Display, steht die IP direkt darauf.
- Sonst: In der Geräteliste deines Routers nachsehen (bei einer FRITZ!Box unter „Netzwerk"). Der Eintrag heißt meist „bitaxe" oder ähnlich.
Ruf diese IP im Browser auf – das ist ab jetzt dein AxeOS-Dashboard. Tipp: Vergib im Router eine feste IP für den Miner, dann bleibt das Dashboard immer unter derselben Adresse erreichbar.
6. Pool und Bitcoin-Adresse eintragen
Das ist der wichtigste Schritt – hier entscheidest du, wohin ein gefundener Block ausgezahlt wird. Geh im Dashboard auf Settings und füll diese Felder:
- Stratum URL / Host: die Adresse deines Pools, z. B.
eusolo.ckpool.org - Stratum Port: der zugehörige Port, meist
3333 - Stratum User: deine eigene Bitcoin-Adresse
- Fallback Stratum User: dieselbe Bitcoin-Adresse noch einmal (Ausweich-Pool)
- Stratum Password: in der Regel einfach
x
Welchen Pool du nimmst, ist deine Entscheidung. Eine Übersicht mit Endpunkten, Gebühren und gemessener Start-Difficulty findest du im Solo-Pool-Vergleich – für Miner in Europa ist eusolo.ckpool.org meist die beste Wahl.
7. Speichern und neu starten
Speichere die Einstellungen und drücke anschließend den Restart-Button – du findest ihn am Ende der Settings-Seite. Der Bitaxe startet in etwa 20 Sekunden neu und verbindet sich dann mit deinem Pool.
8. Prüfen, ob alles läuft
Wirf jetzt einen Blick aufs Dashboard. Drei Werte sagen dir, ob alles stimmt:
- Akzeptierte Shares (Accepted): die entscheidende Zahl. Sie muss steigen. Der erste Share kann ein paar Minuten dauern.
- Hashrate: sollte ungefähr dem Datenblatt entsprechen (Gamma 601 ~1,3 TH/s) und um einige Prozent schwanken – das ist normal.
- Temperatur: dauerhaft unter etwa 70 °C ist gesund.
Sobald akzeptierte Shares auftauchen, minst du live und nimmst am Bitcoin-Netzwerk teil. Deine Statistik kannst du zusätzlich auf der Website deines Pools nachschauen – dort gibst du einfach deine Bitcoin-Adresse ein.
Wenn etwas nicht klappt
- Kein Bitaxe_XXXX-WLAN sichtbar: Gerät stromlos machen, 10 Sekunden warten, neu starten. Danach die WLAN-Liste aktualisieren.
- 192.168.4.1 lädt nicht: Prüfen, ob du wirklich im Bitaxe-WLAN bist. Mobile Daten am Handy kurz ausschalten, damit es nicht darüber ins Internet ausweicht.
- Verbindet sich nicht mit dem Heim-WLAN: 2,4-GHz-Band prüfen (siehe oben), Passwort erneut eingeben.
- Keine Shares nach 15 Minuten: Pool-Adresse, Port und Bitcoin-Adresse auf Tippfehler prüfen. Steht im Feld Stratum User wirklich deine Adresse?
- Startet unter Last neu: fast immer das Netzteil – siehe Schritt 1.
- Hashrate zu niedrig: meist Wärme. Freier stellen, Luftzufuhr prüfen, ggf. ein Kühl-Upgrade wie den AXP60 Copperzilla oder ICE Tower nachrüsten.
Weitere Fehlerbilder findest du im Troubleshooting-Ratgeber. Kommst du nicht weiter, schreib uns einfach – wir helfen bei der Einrichtung auf Deutsch.
Und danach?
Lass den Bitaxe erst ein paar Tage mit den Standardwerten laufen. Wenn du dann mehr Effizienz oder Hashrate willst, erklärt der AxeOS-Tuning-Ratgeber, wie du Frequenz und Spannung vorsichtig anpasst. Firmware-Updates spielst du bequem über unseren Firmware-Flasher im Browser ein – achte dabei auf die richtige Board-Variante (Gamma 601, GT 801, Supra Hex 702), sie steht in AxeOS unter Settings → Device Model.
Geschrieben von
Lukas Henning · Mining-Redakteur & Hardware-Experte
Lukas beschäftigt sich seit Jahren mit Bitcoin-Mining und betreibt mehrere Open-Source-Miner wie Bitaxe und NerdQaxe im eigenen Zuhause. Für Open Source Miners testet er Hardware, dokumentiert Setups und übersetzt Mining-Technik in verständliche Anleitungen – praxisnah, ehrlich und ohne Hype.