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Anleitung

Nerdaxe einrichten: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Von Lukas Henning · 26. Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit

Die Nerdaxe-Reihe ist die Display-Familie unter den Open-Source-Minern: Ein großes 1,9"-TFT zeigt Hashrate, Temperatur und Shares direkt am Gerät. Das macht die Einrichtung an einer Stelle deutlich angenehmer als beim Bitaxe – du musst die IP-Adresse nämlich nicht im Router suchen. Dafür gibt es beim Netzteil eine wichtige Besonderheit, die du kennen musst.

Diese Anleitung gilt für Nerdaxe Gamma, Nerdaxe Gaia, NerdQaxe ++, NerdOctaxe und NerdOctaxe Hydro. Hast du einen Bitaxe? Dann nimm die Bitaxe-Anleitung.

Das brauchst du

  • Den Miner und ausschließlich das beiliegende Netzteil.
  • Ein 2,4-GHz-WLAN – AxeOS funkt nicht im reinen 5-GHz-Netz.
  • Eine eigene On-Chain-Bitcoin-Adresse (beginnt mit bc1q).
  • Ein Handy oder einen Laptop für die Einrichtung.
Wichtig: Es muss eine On-Chain-Adresse sein. Eine Lightning-Adresse funktioniert nicht – ein gefundener Block wird an eine gewöhnliche Bitcoin-Adresse ausgezahlt.

1. Das richtige Netzteil – hier passieren die meisten Fehler

Anders als ein Bitaxe wird der Nerdaxe Gamma nicht über USB-C mit Strom versorgt, sondern über einen Hohlstecker (2,5/5,5 mm) mit 5V / 6A (30 W). Die größeren Modelle brauchen deutlich mehr: NerdQaxe ++ mit vier ASICs und NerdOctaxe mit acht ASICs liegen bei rund 75 beziehungsweise über 200 Watt und nutzen teils andere Stecker (XT30/XT60) statt eines Hohlsteckers.

Niemals ein 12V-Netzteil an einen Nerdaxe Gamma stecken. Das Gerät ist für 5V ausgelegt – eine höhere Spannung zerstört die Elektronik. Verwende immer genau das Netzteil, das mit deinem Gerät geliefert wurde, und niemals das eines anderen Modells. Wenn du unsicher bist, welches Netzteil zu deinem Gerät gehört: frag uns kurz, wir schauen für dich nach.

Stell den Miner so auf, dass Luft frei zirkulieren kann. Bei NerdQaxe und NerdOctaxe brauchst du dabei mehr Abstand nach vorn und hinten als bei einem einzelnen Bitaxe – die bewegen deutlich mehr Luft. Nach dem Einstecken starten Display und Lüfter in der Regel nach ein bis zwei Sekunden.

2. Mit dem Setup-WLAN verbinden

Beim ersten Start spannt der Miner ein eigenes WLAN auf. Öffne die WLAN-Übersicht auf Handy oder Laptop – dort erscheint ein Netz namens NERDAXE_XXXX, wobei die letzten Zeichen bei jedem Gerät anders sind. Verbinde dich damit. Den Namen zeigt dir das Gerät auch auf dem Display an.

Die Meldung „kein Internet" ist dabei normal – du bist gerade direkt mit dem Miner verbunden, nicht mit deinem Router.

3. Einrichtungsseite öffnen und WLAN eintragen

Ruf im Browser http://192.168.4.1 auf. Wähle dort dein eigenes 2,4-GHz-WLAN aus, gib das Passwort ein und speichere. Der Miner startet neu und verbindet sich mit deinem Heimnetz.

WLAN wird nicht gefunden? AxeOS unterstützt nur 2,4 GHz. Wenn dein Router beide Bänder unter einem Namen bündelt, aktiviere 2,4 GHz separat oder richte ein Gastnetz auf 2,4 GHz ein.

4. Die IP-Adresse vom Display ablesen

Und hier kommt der Komfortvorteil der Nerdaxe-Reihe: Nach dem Neustart zeigt das Display die neue IP-Adresse im Heimnetz an, zum Beispiel 192.168.20.234. Du musst also nicht in der Router-Übersicht suchen. Ruf diese IP im Browser auf – das ist dein AxeOS-Dashboard.

Tipp: Steht das Display ungünstig, kannst du die Anzeige in den Settings per Flip-Screen-Einstellung drehen. Vergib im Router außerdem am besten eine feste IP, dann bleibt das Dashboard immer unter derselben Adresse erreichbar.

5. Pool und Bitcoin-Adresse eintragen

Jetzt legst du fest, wohin ein gefundener Block ausgezahlt wird. Öffne im Dashboard die Pool-Einstellungen und füll diese Felder:

  • Host: die Adresse deines Pools, z. B. public-pool.io oder eusolo.ckpool.org
  • Port: der zugehörige Port, z. B. 3333
  • Stratum User: deine eigene On-Chain-Bitcoin-Adresse (bc1q…)
  • Password: das vom Pool verlangte Passwort, meist einfach x
  • Worker (optional): ein Name hinter einem Punkt, z. B. .worker1 – praktisch, wenn du mehrere Geräte auseinanderhalten willst

Welcher Pool zu dir passt, zeigt der Solo-Pool-Vergleich mit Endpunkten, Gebühren und gemessener Start-Difficulty. Hinweis dazu: Bei einer hohen Start-Difficulty siehst du anfangs länger keine Shares, obwohl alles korrekt läuft.

Adresse per Copy-and-paste einfügen, nie abtippen. Prüfe nach dem Einfügen die ersten und letzten vier Zeichen. Ein Tippfehler kann bedeuten, dass ein gefundener Block ins Leere geht.

6. Prüfen, ob alles läuft – direkt am Display

Nach dem Speichern verbindet sich der Miner mit dem Pool. Das Display zeigt dir jetzt alles Wichtige, ohne dass du den Browser öffnen musst:

  • Akzeptierte Shares: die entscheidende Zahl – sie muss steigen. Der erste Share kann einige Minuten dauern.
  • Hashrate: sollte etwa dem Datenblatt entsprechen und um einige Prozent schwanken.
  • Temperatur: dauerhaft unter etwa 70 °C ist gesund.
  • Best Difficulty: dein bisher bester Treffer – dieser Wert wächst über Wochen.

Wenn etwas nicht klappt

  • Kein NERDAXE_XXXX-WLAN sichtbar: Gerät stromlos machen, 10 Sekunden warten, neu starten.
  • Display und Lüfter bleiben dunkel: Netzteil und Hohlstecker prüfen – sitzt der Stecker vollständig?
  • 192.168.4.1 lädt nicht: Prüfen, ob du im NERDAXE-WLAN bist; mobile Daten am Handy kurz ausschalten.
  • Verbindet sich nicht mit dem Heim-WLAN: 2,4-GHz-Band prüfen, Passwort erneut eingeben.
  • Keine Shares nach 15 Minuten: Host, Port und Bitcoin-Adresse auf Tippfehler prüfen – und ob es wirklich eine On-Chain-Adresse ist.
  • Startet unter Last neu: fast immer das Netzteil, siehe Schritt 1.

Mehr Fehlerbilder stehen im Troubleshooting-Ratgeber – die Hinweise gelten für alle AxeOS-Geräte. Kommst du nicht weiter, schreib uns.

Und danach?

Lass den Miner zunächst ein paar Tage mit den Werkseinstellungen laufen. Für mehr Effizienz hilft anschließend der AxeOS-Tuning-Ratgeber. Firmware-Updates gehen am einfachsten über unseren Firmware-Flasher – dort wählst du dein Modell aus und die passende Variante wird automatisch geladen.

Geschrieben von

Lukas Henning · Mining-Redakteur & Hardware-Experte

Lukas beschäftigt sich seit Jahren mit Bitcoin-Mining und betreibt mehrere Open-Source-Miner wie Bitaxe und NerdQaxe im eigenen Zuhause. Für Open Source Miners testet er Hardware, dokumentiert Setups und übersetzt Mining-Technik in verständliche Anleitungen – praxisnah, ehrlich und ohne Hype.

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